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Plötzliche Schmerzsymptomatik mit deutlicher Sehminderung

Inhaltsverzeichnis
  - Glaukomanfall
       - Wie entsteht ein Glaukomanfall
       - Welche Beschwerden bestehen bei einem Glaukomanfall
       - Welche Maßnahmen ergreift der Augenarzt
       - Prognose eines Glaukomanfalls
  - Hornhautgeschwür
       - Wie entsteht eine Hornhautentzündung bzw. ein Hornhautulkus
       - Können auch junge gesunde Menschen ein Hornhautgeschwür bekommen
       - Wie bemerken Sie ein beginnendes Hornhautgeschwür
       - Wie sollten Sie sich Verhalten
       - Welche Maßnahmen werden in der Klinik ergriffen
       - Besteht ein beginnendes Hornhautgeschwür erfolgt eine stationäre Aufnahme.
       - Prognose der Hornhautgeschwüre

Glaukomanfall

Im Abschnitt wichtige Augenerkrankungen wurde bereits den erhöhten Augendruck (Glaukom = grüner Star) und die Gefahr einer schleichenden Schädigung des Sehnerven, welche im Endstadium zur Erblindung führen kann, gesprochen.

Etwas Abzugrenzen ist als Sonderform die akute plötzliche hochgradige Erhöhung des Augendruckes, den man als Glaukomanfall bezeichnet.

Wie entsteht ein Glaukomanfall?

In den vorderen inneren Augenabschnitten wird ständig eine Flüssigkeit (das Kammerwasser) produziert. Diese Flüssigkeit durchströmt verschiedene Anteile der vorderen Augenabschnitte (Vorderkammer und Hinterkammer) und verlässt dann, in einem speziellen Bereich (Trabekelwerk, Schlemm’scher Kanal) zwischen der Regenbogenhaut und der Hornhaut das Auge (der Abtransport erfolgt letztlich in das Venensystem). Besteht ein Gleichgewicht zwischen der Produktion und dem Abfluss liegen die Augendruckwerte im Normbereich (zwischen 11 und 21 mmHg). Fließt zu wenig Flüssigkeit, bei normaler Produktion ab, steigen die Augendruckwerte an; bleiben diese über längere Zeit erhöht, kann es zu einem Glaukom mit Schädigung des Auges - insbesondere des Sehnerven des Sehnerven und zur schleichenden Erblindung kommen.

Bei einem Glaukomanfall kommt es zu einer plötzlichen kompletten Verlegung des (meist primär verengten) gesamten Abflussbereiches. Zumeist verschließt der Ansatz der Regenbogenhaut (Iriswurzel) z.B. nach Pupillenerweiterung (durch Medikamente, bei Dunkelheit, bei Angst) oder durch entzündliche Veränderungen den gesamten Abflussbereich. Da weiter Kammerwasser produziert wird, jedoch keines mehr abfließen kann, steigt der Augendruck innerhalb sehr kurzer Zeit auf extreme Werte an. (z.T. zu dem 4 fachen der Norm).

Neben der ausgeprägten Beschwerdesymptomatik besteht eine akute Gefahr für das Sehvermögen, da der Sehnerv, durch die extreme Druckerhöhung schnell und dauerhaft geschädigt werden kann.

Welche Beschwerden bestehen bei einem Glaukomanfall?

Es kommt durch die plötzliche einseitige hochgradige Erhöhung des Augendruckes zu heftigsten Kopf- und Augenschmerzen zum Teil mit Erbrechen, Übelkeit, Bauchschmerzen. Das betroffene Auge ist stark gerötet, die Augenlider können geschwollen sein. Zu Beginn werden um Lichtquellen Ringe in Regenbogenfarben gesehen. Relativ rasch kommt es nachfolgend zu einer deutlichen Sehverschlechterung (bedingt durch die Versorgungsbeeinträchtigung des Sehnerven und der Netzhaut sowie durch eine zunehmende Trübung der Hornhaut durch eine druckbedingte vermehrte Flüssigkeitseinlagerung das Kammerwasser wird sozusagen in die Hornhaut gepresst.

Häufiger betroffen sind ältere weitsichtige (Brillengläser für die Ferne sind stärker als + 3 Dioptrien) Frauen. Sie zeigen die erwähnte anlagebedingte primäre Verengung der Abflusswege, welche sich bei zunehmender Linsentrübung weiter verengen können.

Die akute Symptomatik mit Übelkeit und Erbrechen wird z.T. als Magen/Darmbeschwerden interpretiert, so dass sich die Patienten zunächst beim Allgemeinmediziner vorstellen. Falls dort der Befund verkannt wird und zeitaufwendige diagnostische Magen/Darmuntersuchungen erfolgen, kann dies besonders tragisch sein, weil verlorene Zeit das Schicksal des Auges besiegelt.

Ein einseitig rotes Auge mit ausgeprägten Kopfschmerzen und Erbrechen ist immer höchst verdächtig für einen Glaukomanfall!

Welche Maßnahmen ergreift der Augenarzt?

Ziel ist es, so schnell wie möglich, den Augendruck in den Normbereich zu senken. Je länger in ausgeprägt erhöhter Augendruck besteht, umso ausgeprägter ist der durch die Druckerhöhung am Sehnerven bedingte Schaden.

Die Gabe eines Schmerzmedikamentes lindern vorerst die Beschwerden des Patienten. Durch spezielle Augentropfen (z.B. Pilocarpin, welche die Pupille verengen) gelingt es die verlegten Abflusswege wieder zu öffnen.

Zusätzlich können Infusionen und die Gabe anderer augendrucksenkender Medikamente (als Tabletten, als Spritze, als Augentropfen) eine schnelle Regulierung des Augendruckes unterstützen.

Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen verlieren sich relativ zügig, befindet sich der Augendruck erst einmal wieder im Normbereich.

Neben dieser Akutbehandlung muss das Auge (nach erfolgreicher Druckregulation) vor einem erneuten Glaukomanfall geschützt werden. Hierzu wird durch eine spezielle Operation ein „kleines Fenster“ in der Regenbogenhaut geschaffen. Diese künstlich erzeugte Verbindung zwischen vorderer und hinterer Augenkammer verhindert, dass es zu einer erneuten kompletten Verlegung des Abflussweges des Kammerwassers kommt. In manchen Fällen (mit schon deutlich getrübter, verdickter Augenlinse, kann durch eine zusätzliche Linsenoperation (siehe Augenerkrankungen – Grauer Star) eine weitere Verbreiterung der Abflussbahn erreicht werden.

Auch am nicht betroffenen Auge sollte (da die anatomischen Verhältnisse meist ähnlich sind und also auch hier eine schwelende Gefahr für einen Glaukomanfall besteht) ein „kleines Fenster“ innerhalb der Regenbogen geschaffen werden, um einen kompletten Abflussblock zu verhindern. Dies ist mit einer speziellen Laserbehandlung (YAG-Iridotomie), wobei dem Auge ein operativer Eingriff erspart bleibt. Zur weiteren Sicherheit wird eine regelmäßige Gabe von pupillenverengenden Augentropfen notwendig.

Prognose eines Glaukomanfalls?

Sie richtet sich nach der Dauer der Augendruckerhöhung sowie danach, ob bereits im Vorfeld der Augendruck mäßig erhöht war, der Sehnerv also möglicherweise bereits vorgeschädigt ist.

Hornhautgeschwür

Die Hornhaut, als klarer, brechender Anteil der vorderen Augenabschnitte hat für das Sehvermögen des Auges eine entscheidende Bedeutung. Es ist verständlich, dass jede Erkrankung in diesem Bereich, die mit einer Trübung oder Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit der Hornhaut einhergeht zu einer Störung des Sehvermögens führen muss. Hornhautentzündungen und insbesondere Hornhautgeschwüre, die sich auf Grundlage von Hornhautentzündungen entwickeln, gehören daher zu den sehr ernst zu nehmenden Erkrankungen des Auges - auch wenn die subjektiven Beschwerden gelegentlich relativ gering ausgeprägt sind. Da es in manchen Fällen zu einem über wenige Stunden voranschreitenden Krankheitsbild kommen kann, dass mitunter bis zur Perforation der Hornhaut und Eröffnung des Augapfels führt, gehören Hornhautulzera zu den Notfällen der Augenheilkunde. Zu bedenken ist auch, dass einmal eingetretene auch kleinere kleine Schäden der Hornhaut narbig abheilen und zu irreversiblen Beeinträchtigungen des Sehens führen, die häufig nur durch eine Hornhautverpflanzung behandelt werden können.

Besonders gefährdete sind Kontaktlinseträger. Bei Verdacht auf eine Hornhautaffektion, ist schnellstmöglich mit einer antibiotischen Therapie zu beginnen.

Wie entsteht eine Hornhautentzündung bzw. ein Hornhautulkus?

Normalerweise ist die Hornhaut durch seine oberflächliche Schicht, das Hornhautepithel sehr gut gegen „Angriffe“ durch Mikroorganismen geschützt.

Grundvoraussetzung für einen intakten Schutz sind zum einen eine reguläre ausreichende Tränenproduktion. Die Tränen bilden einen pflegenden, schützenden Gleitfilm auf der Hornhautoberfläche und sind daher sehr wichtig für die Stabilität des Hornhautepithels. Fehlt dieser pflegende Gleitfilm „trocknet“ die Hornhautoberfläche aus, es entstehen kleine „Bruchstellen“ innerhalb der Schicht, durch welche Erreger eindringen können.

Weiterhin ist auch ein ausreichender Abfluss der produzierten Tränen nötig (durchgängige abführende Tränennasenwege). Können die Tränen nicht richtig in die Nase abfließen, kommt es zu einem Stau des Tränenflüssigkeit mit nachfolgender Keimbesiedlung, wobei dann eine Entzündung (die zuerst den Bereich der abführenden Tränennasenwege betrifft) auch auf die Hornhaut übergreifen kann.

Eine geschwächte Abwehrlage (z.B. bei schweren Systemerkrankungen, die den Allgemein- und Ernährungszustand des Patienten deutlich reduzieren, erworbene oder angeborene Störungen des Immunsystems u.a.) aber auch ein bestehender Vitaminmangel (insbesondere Vitamin A) kann die Entstehung eines Hornhautgeschwüres fördern. Meist handelt es sich bei diesen Ursachen um Patienten in einem höheren Lebensalter. Treten schlechte hygienische Verhältnisse hinzu, erhöht sich das Risiko deutlich.

Eine Lähmung des Gesichtsnerven (Fazialisparese) führt zu einem unvollständigen Lidschluss. Die Hornhaut wird (insbesondere nachts) nicht mehr richtig bedeckt, die Schutzschicht wird aufgelockert und Erreger können sich problemlos einnisten und vermehren.

Daneben spielen Art und Aggressivität (Virulenz) der Erreger eine wichtige Rolle. So muss nicht jede Entzündung der Hornhaut (z.B. oberflächliche Keratitis durch Viren, allergische Reaktionen) zwingendermaßen zu einem Hornhautgeschwür führen.

Können auch junge gesunde Menschen ein Hornhautgeschwür bekommen?

Ja – jedoch müssen hier eigentlich immer kleine Verletzungen des Hornhautepithels als Eintrittspforte vorhanden sein. Bei Fremdkörperverletzungen können bereits mit dem Fremdkörper (insbesondere wenn es sich um organisches Material z.B. Holz handelt) Erreger in tiefere Hornhautschichten gelangen. Diese vermehren sich bei fehlender oder inkonsequenten antibiotischen Nachbehandlung und führen zu einer zusätzlichen Schädigung des bereits angegriffenen Hornhautgewebes.

Besonders frustrierend, da zu Vermeiden, ist die Entstehung von Hornhautgeschwüren durch einen unsachgemäßen Gebrauch von Kontaktlinsen, was bedauerlicherweise nicht selten vorkommt. Zumeist handelt es sich um eine ungenügende Reinigung der Kontaktlinsen (Verwendung nicht handelsüblicher Reinigungsmittel, zu kurze Reinigungszeiten). Die Erreger, die sich in den Kontaktlinsen festsetzen können, werden nicht mehr vollständig abgetötet, meist bleiben die „widerstandsfähigen aggressiven Exemplare am Leben“. Werden dann noch die Kontaktlinsen unsachgemäß zu lang getragen (Mehr als 24 Stunden, oder werden Monatslinsen, „um Geld zu sparen“, deutlich länger verwendet) ist die Katastrophe vorprogrammiert.

Durch kleine Mikroverletzungen der Hornhautschutzschicht, die besonders beim „Übertragen“ der Kontaktlinsen entstehen, dringen die (in der Kontaktlinse sitzenden) Erreger in die Hornhaut ein und können (bei äußerst aggressiven Keimen) innerhalb von 24 Stunden zu einer lokalen Zerstörung der Hornhaut (perforierten Hornhautulkus) führen. Die Infektionen können sich in das Augeninnere fortsetzen und im Extremfall den gesamten Augapfel gefährden.

Wie bemerken Sie ein beginnendes Hornhautgeschwür?

Typische Beschwerden sind ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl, eine erhebliche Rötung (z.T. bis zu einer düsterroten Färbung) und Schwellung der Bindehaut, eine Beeinträchtigung des Sehvermögens, stärkere Kopf- und Augenschmerzen, vermehrter Tränenfluss meist werden die Lider zusammen gekniffen. Möglicherweise fällt beim Blick in den Spiegel ein kleiner weißlicher Herd in der sonst klaren durchsichtigen Hornhaut auf.

Wie sollten Sie sich Verhalten?

Es ist wichtig sich sofort (nicht erst noch eine Nacht warten, ob der Befund von alleine besser wird) beim Augenarzt oder im Notdienst in der Augenklinik vorzustellen. Tragen Sie Kontaktlinsen ist es wichtig, die zuletzt getragenen Kontaktlinsen sowie den Kontaktlinsenbehälter mit der entsprechenden Flüssigkeit (zur mikrobiologischen Bestimmung des ursächlichen Erregers) mitzubringen.

Welche Maßnahmen werden in der Klinik ergriffen?

Nicht jede Hornhautentzündung ist ein gefährliches Hornhautgeschwür. In einem sehr frühen Stadium, mit nur gering aggressiven Erregern, kann die Behandlung mit intensiver Augensalben und Augentropfentherapie unter sehr engmaschigen Kontrollen noch ambulant erfolgen.

Besteht ein beginnendes Hornhautgeschwür erfolgt eine stationäre Aufnahme.

Als ersten Schritt versucht man in jedem Fall den ursächlichen Erregen (meist Bakterien) zu bestimmen. (Abstrich der Bindehaut und aus dem Bereich des Hornhautgeschwüres, bzw. zusätzlich von den Kontaktlinsen/- behältern, Erregeranzucht in der Mikrobiologie mit möglichst genauer Differenzierung des Erregertyps sowie dessen Empfindlichkeit auf bestimmte Antibiotika).

Auf das Ergebnis der Untersuchung (Dauer z.T. mehrere Tage) kann nicht gewartet werden. Es wird sofort mit einer intensiven (viertel bis halbstündige Gabe von Augentropfen und Augensalbe) lokalen Therapie, welche ein möglichst sehr breites Erregerspektrum abdeckt, begonnen.

Nach Eintreffen des mikrobiologischen Ergebnisses kann die Therapie ggf. noch spezieller auf den gefundenen Erreger ausgerichtet werden.

Pilzinfektionen sind deutlich weniger häufig. Sie sollten jedoch als mögliche Ursache (insbesondere nach Fremdkörperverletzungen mit Holz oder einem erheblich geschwächten Immunsystem des Patienten) nicht vergessen werden, da sie eine spezielle (antimykotische) Therapie benötigen.

Prognose der Hornhautgeschwüre?

Der weitere Verlauf richtet sich nach der Aggressivität des Erregers, der Widerstandskraft des Hornhautgewebes sowie dem Ausmaß des bereits entstanden Schadens. Gelingt es, durch Abtötung der Keime, die Entzündung zum Stehen zu bringen, bleibt in jedem Fall im Bereich des Hornhautgeschwüres eine (meist dichte) Narbe. Bei zentraler Lage kommt es zu einer dauerhaften erheblichen Sehminderung. Hier kann letztlich nur eine spätere Hornhautübertragung zu einer Sehverbesserung führen.

Haben die Erreger die Hornhaut in ihrer gesamten Tiefenausdehnung zerstört und einen Durchbruch Hornhautgewebe = perforiertes Hornhautulkus) verursacht  bzw. steht eine Perforation unmittelbar bevor, muss notfallmäßig operativ eine Hornhautübertragung (Keratoplastik) oder ein Verschluss der Hornhautoberfläche durch die eigene Bindehaut des Auges (Bindehautdeckung) erfolgen. Zusätzlich zur lokalen antibiotischen Abschirmung ist eine systemische Antibiotikagabe (Tabletten, Infusionen) erforderlich, da eine akute Gefahr der Infektion innerer Augenanteile mit drohendem bleibenden Sehverlust und nachfolgender (konsekutiver) Augapfelschrumpfung besteht.