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Sie befinden sich hier:  Augenklinik - Pressespiegel - News (03.08.2007)    

Klinikum übernimmt mit Partnern bundesweite Koordination von Gewebespenden

Nachfolgegesellschaft der DSO-G bleibt gemeinnützig / 2006 allein in Dresden 120 Spender-Hornhäute aufbereitet

Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und dem Universitätsklinikum Leipzig hat das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden die „DSO-G – Gemeinnützige Gesellschaft für Gewebetransplantation“ von der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) gekauft. Das Unternehmen firmiert ab sofort unter dem Namen „Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation mbH“. Damit wird das bundesweite Netzwerk zur Koordination der Gewebespende, das die DSO-G in den vergangenen Jahren geschaffen hat, in gemeinnütziger Trägerschaft weitergeführt. Auf diese Weise sichern die drei gleichberechtigten Gesellschafter die Grundlage für eine bestmögliche Versorgung der Patienten mit Zell- und Gewebetransplantaten. Für die Zell- und Gewebebank am Dresdner Uniklinikum wurden damit die Weichen für eine weitere positive Entwicklung gestellt.

Die DSO trägt mit dem Verkauf ihrer Tochter DSO-G dem noch in diesem Jahr in Kraft tretenden Gewebegesetz Rechnung. Es setzt eine Richtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 2004 in deutsches Recht um. Damit sind Produkte aus menschlichen Zellen und Geweben künftig dem Arzneimittelrecht unterstellt. Auch wenn eine Kommerzialisierung dieses Bereiches durch das Gesetz ausgeschlossen werden soll, hat sich die DSO als Koordinationsstelle für die unter dem Bereich des Transplantationsgesetzes verbleibende Organspende entschlossen, die DSO-G zu veräußern. Damit vollzieht die Gesellschaft auch auf der gesellschaftsrechtlichen Ebene die durch das Gewebegesetz erfolgte ausdrückliche Trennung der Organspende von der Gewebespende.

Die DSO-G war 1997 mit Sitz in Hannover gegründet worden, um in Deutschland die Spenden von menschlichem Gewebe nach dem Vorbild der DSO zu koordinieren. Dabei geht es vor allem um Augenhornhäute, Knochen, Knorpel, Blutgefäße, Zellen von Leber und Haut oder Herzklappen. „Diese Struktur wollen wir mit dem Ziel erhalten, den Bereich der Gewebetransplantation davor zu bewahren, von kommerziellen Anbietern übernommen zu werden“, betont Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Dresdner Universitätsklinikums.

Die ehemalige DSO-G wird ab sofort unter dem Namen „Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation mbH“ als gemeinnützige Gesellschaft eines Konsortiums tätig, das aus den Uniklinika Dresden und Leipzig sowie der Medizinischen Hochschule Hannover besteht. "Entscheidend für die Übernahme dieser Gesellschaft ist für uns, das unter erheblichem Aufwand in den letzten Jahren aufgebaute Netzwerk in gemeinnütziger Trägerschaft fortzuführen", so Wilfried Winzer. Mit dem DSO-G-Tochterunternehmen "Zell- und Gewebebank Dresden" (ZGD) als Bestandteil dieses Netzwerkes gelang es bereits 2006 die Betreuung der Spenden und die Versorgung der Patienten am Dresdner Universitätsklinikum zu verbessern.

Uni-Augenklinik transplantierte 2006 insgesamt 72 Augenhornhäute
In der Transplantationsmedizin nimmt die Bedeutung der Gewebespenden ständig zu. Schon jetzt werden in Deutschland mehr Gewebe transplantiert als Organe. Dies machen auch die 2006er Zahlen der ZGD deutlich: Bereits im Gründungsjahr stellte die gemeinsame Tochter des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus und der DSO-G 70 gespendete Augenhornhäute zur Transplantation zur Verfügung. Insgesamt erhielt die ZGD im vergangenen Jahr 120 Hornhäute aus Spenden verstorbener Menschen.

Insgesamt 68 Kranken wurde im vergangenen Jahr an der Dresdner Uni-Augenklinik mit Hornhauttransplantaten geholfen. Dabei implantierten Ärzte des Klinikums 72 Augenhornhäute. 35 der Patienten erhielten von der ZGD aufbereitete Transplantate. Nach dem Umzug in ein modernes Laborzentrum im Sommer 2006 verfügt die Bank nun über eine qualitativ hochwertige Infrastruktur. Die Gewebespenden können in einem Reinraum untersucht und für die weitere Verwendung präpariert werden, so dass die Infektionsgefahr für den Empfänger wie für die Mitarbeiter der Gewebebank gering ist.

Hintergrundinformation Hornhaut-Spenden
In Deutschland werden jährlich 4.000 bis 5.000 Augenhornhäute verpflanzt. Der Bedarf an Transplantaten ist jedoch fast doppelt so hoch. Spenderhornhäute benötigen Menschen, deren Hornhaut sich krankhaft verändert hat oder die schwer verletzt wurde und anschließend vernarbte. "Eine erfolgreiche Transplantation kann das Sehvermögen dieser Patienten wiederherstellen, ihre Schmerzen lindern oder sie sogar vor dem Erblinden bewahren", sagt Prof. Lutz Pillunat, Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums. Durch die Kooperation mit dem Universitätsklinikum konnten Patienten in Dresden und – durch die Vermittlung der DSO-G – in ganz Deutschland mit Hornhauttransplantaten versorgt werden. Ungeachtet des jetzt vollzogenen Eigentümerwechsels der DSO-G soll die Zusammenarbeit mit den Ärzten und dem Pflegepersonal auf den Stationen weiter ausgebaut werden, um die Zahl der Gewebespenden weiter zu steigern. Dazu finden verstärkt Schulungen zu diesen Spenden sowie Unterstützung beim Führen von Gesprächen mit Spendewilligen beziehungsweise deren Angehörigen statt.