Carl Gustav Carus
   

Augenklinik    

Leistungsspektrum    

Forschung und Lehre    

Informationen    

Glaukom
Servicetelefon 0351/458-2600 Servicetelefon 458-2600
Leistungsspektrum
» Leistungsspektrum
» Poliklinik
» Arbeitsbereich Sehschule
  » Kindliches Glaukom
  » Kindersprechstunde
  » Schielen (= Strabismus)
  » Orbita-Sprechstunde
  » Botulinumtoxin-Sprechstunde
  » Tränenwegserkrankungen des Kindes
  » Uveitis
» Spezialsprechstunden
  » Glaukomsprechstunde
  » Kontaktlinsensprechstunde
  » Sehbehindertensprechstunde
  » Sprechstunde für Tränenwege, Lider und Tumore
  » Vitrektomie-Sprechstunde
  » Sprechstunde endokrine Orbitopathie
» Spezialuntersuchungen
» Stationen
» Augen-Operationsaal
» ambulantes operieren
» Spezielle Behandlungsmethoden
  » Hornhautvernetzung bei Keratokonus
  » Behandlungsmöglichkeiten mit dem ICR
  » Schielen (Strabismus)
» Impressum
Sie befinden sich hier:  Leistungsspektrum - Spezialsprechstunden - Vitrektomie-Sprechstunde    

Vitrektomie-Sprechstunde

Vitrektomie-Sprechstunde

Die Vitrektomie-Sprechstunde findet jeweils Montag und Donnerstag in unserer Poliklinik statt. Zielstellung dieser gesonderten Sprechstunde ist die weitere Optimierung der perioperativen, ambulanten Betreuung unserer Patienten.

Dies bedeutet einerseits, dass in der Sprechstunde zunächst die Entscheidungen getroffen werden, ob bei speziellen Krankheitsbilden durch eine Vitrektomie (siehe unten) das Voranschreiten der Veränderungen gestoppt und, sofern diese bereits reduziert ist, die Sehleistung durch die Operation verbessert werden kann oder ob andere z.B. medikamentöse Therapiekonzepte bessere Erfolgsaussichten versprechen. Die operativen Therapieziele wie die objektiven Erfolgsaussichten müssen, wie immer im operativen Gebiet, gegen Operationsrisiken und theoretisch mögliche Komplikationen abgewogen werden.
Ist die Notwendigkeit zur Operation gegeben, wird in der Sprechstunde das weitere Vorgehen geplant. Hier müssen zunächst Fragen, wie: Wie dringlich ist der operative Eingriff (Notfall, aufgeschobene Dringlichkeit oder Operation innerhalb der nächsten 8-10 Wochen)? Kann in örtlicher Betäubung oder muss in Vollnarkose operiert werden? Sind neben der Vitrktomie weitere operative Schritte nötig (Kombination mit Katarakt-OP)? Müssen im Vorfeld der Operation ergänzende Untersuchungen (auf unserem Fachgebiet, durch andere Fachabteilungen oder durch den behandelnden Hausarzt) erfolgen?

Aber auch organisatorische Fragen sollten soweit dies bereits möglich ist konkret besprochen werden (genauer Ort/Station der stationären Aufnahme, wahrscheinliche Dauer des stationären Aufenthaltes, benötigte Papiere/Allgemeinmedikation während des stationären Aufenthaltes).

Zusätzlich werden Notwendigkeit wie Art der geplanten Operation erläutert, wobei speziell auf individuelle Besonderheiten und Risiken eingegangen wird.

Sind alle bestehenden Fragen, auch die seitens des Patienten, geklärt, und es besteht die Notwendigkeit einer zeitnahen stationären Aufnahme erhält der Patient zur ambulanten Vorstellung bereits den genauen Aufnahmetermin. Bei geplanten Operationen erfolgt eine schriftliche Benachrichtigung.

Als zweiter Arm der Sprechstunde sind ambulante Verlaufskontrollen von noch nicht "operationswürdigen" oder zunächst konservativ behandelten Befunden (Befundstabilität? Verschlechterung? neue Aspekte, die jetzt für eine Operation sprechen), und natürlich die Nachkontrollen nach erfolgter OP zu werten, wobei Zeitpunkt, Anzahl, Dauer dieser Nachkontrollen individuell sehr unterschiedlich sind und unter anderem von der zugrunde liegenden Erkrankung, dem individuellen Verlauf wie einer ausreichenden Befundstabilität abhängen.

Die postoperativen Nachsorgen umfassen hier auch jene Patienten nach einer weniger komplizierten Netzhautablösung mit einer "eindellenden" Operation (Plombe oder Cerclage) versorgt wurden, wie Patienten mit Langzeitendotamponaden (Silikonöl) zur Entscheidung über eine mögliche Entfernung der Silikonöltamponade.


Was verstehen wir eigentlich unter einer Vitrektomie?

Die Vitrektomie ist eine etablierte Operationsmethode, bei der, der das Augeninnere ausfüllende Glaskörper entfernt und gegen eine Ersatzsubstanz (Elektrolytlösung, Gas, Silikonöl) ausgetauscht wird. Die Operationstechnik wurde bereits Anfang der 70er Jahre durch Robert Machemer entwickelt und wurde über den langen Zeitraum stetig sowohl von der eigentlichen Operationstechnik als auch vom benötigten Instrumentarium verfeinert und perfektioniert.


Anatomie

Der normalerweise durchsichtige gelartige Glaskörper besteht aus 98% Wasser und 2% netzartigen Faserstrukturen (Kollagen und Hyaluronsäure). Umgeben ist der Glaskörper von einer feinen Grenzmembran (Glaskörpergrenzmembran), welche mit einzelnen Strukturen in Augeninneren eine festere Verbindung aufweist (Sehnervenkopf, Glaskörperbasis, Linsenrückfläche). Im Laufe des Lebens unterliegt der Glaskörper einem natürlichen "Alterungsprozess", mit Verflüssigung des homogenen Gels und Bildung Wasser gefüllter Lakunen sowie Verdichtungsbereichen der Faserstrukturen, welche zum Teil als kleine "fliegende Mücken = Mouches volantes" bemerkt werden können. Der Glaskörper erfüllt, abgesehen von seinen der Formstabilität dienenden Aufgaben, keine essentiellen Funktionen. Daher wirkt sich eine operative Entfernung des Glaskörpers, mit entsprechender Auffüllung des Innenraumes mit einer Ersatzsubstanz auch nicht negativ auf die Funktion des Auges aus, sofern die gewählte Tamponade ähnliche Brechungseigenschaften wie der ursprüngliche Glaskörper aufweist.


Krankheitsbilder mit Indikation zur Vitrektomie

Eigenständige Erkrankungen des Glaskörpers eher selten. Hier zu nennen sind (Kalkseifen)-Einlagerungen im Fasergerüst des Glaskörpers (Asteroide Hyalose). Sie bewegen sich mit Augenbewegungen mit und können, wenngleich selten und nur bei sehr ausgeprägten Formen, das Sehvermögen beeinträchtigen.

In der Mehrzahl der Fälle ergeben sich die Indikationen zur Operation aus sekundären Veränderungen durch Erkrankungen der angrenzenden Nachbarstrukturen des Glaskörpers (entzündliche Infiltrate bei Uveitis, Einblutungen in den Glaskörperraum bei proliferativen Augenveränderungen im Rahmen eines Diabetes mellitus, schwere Formen der Netzhautablösung (Ablatio retinae mit proliferativer Vitreoretinopathie [PVR]), Veränderungen an der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) z.B. Makulaforamen, epiretinale Gliose, Makula pucker) aber auch, wenn auch glücklicherweise seltener, Trübungen im Glaskörperraum bei zugrunde liegenden systemischen Erkrankungen). Die folgenden Abbildungen zeigen einige klinische Beispiele für mögliche Veränderungen in Glaskörperraum, wie wir sie bei der Untersuchung (nach Pupillenerweiterung) sehen.

Nicht jede dieser Veränderung erfordert zwingend sofort eine operative Intervention, da sie in ihren Ausprägungen sehr variabel sein können und die Sehleistung nicht in jedem Fall deutlich reduziert sein muss bzw. auch alternative/zusätzliche Therapieoptionen bestehen.


Was wird bei der Operation genau gemacht?

Bei der Operation wird mit sehr feinen Instrumenten (Lichtquelle, Infusion zur Stabilisierung der Auges während der Operation, Instrumente zur Durchführung der notwendigen Manipulation [Vitrektom zur Entfernung des Glaskörpers, Scheren, Greifer, Häkchen zur Entfernung von Membranen, traktiven Strängen u.a]) in das Augeninnere eingegangen und der Glaskörper sowie die bestehenden krankhaften Veränderungen entfernt. Insbesondere bei Traktionen und Einblutungen, die im Rahmen eines Diabetes entstanden sind erfordern gleichzeitig während der Operation eine Ergänzung der notwendigen Laserbehandlung. Bei Makulaforamen und epiretinaler Gliose müssen feine hauchdünne Hautchen von der Netzhautoberfläche abgezogen, um die Sehleistung zu stabilisieren/verbessern. Bestand eine komplizierte Netzhautablösung muss der Operateur am Ende der Operation entscheiden, mit welcher Substanz (Gas oder Silikonöl) er den Glaskörperraum füllt, um eine dauerhafte Netzhautstabilität zu erreichen.

Der eigentliche operative Eingriff wird wie erwähnt unter stationären Bedingungen durchgeführt und erfolgt zumeist nach örtlicher Betäubung. In einzelnen Fällen ist es zum einen aufgrund von bestehenden Allgemeinerkrankungen oder zur Minimierung des operativen Risikos günstiger die Operation in Intubationsnarkose (Vollnarkose) durchzuführen.

In der Regel erfolgt die Überweisung zur Mitbeurteilung in unserer Sprechstunde durch Ihren behandelnden Augenarzt. Bei bestehenden Fragen ist ein direkter Kontakt unter unten genannter Adresse gern möglich.


Kontakt

Oberarzt
Dr. med. Dirk Sandner
Tel. +49/ (0)351 458 3381
E-mail: augendirektion@uniklinikum-dresden.de