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Sehbehindertensprechstunde

Was ist eine Sehbehinderung?

Die internationale Klassifikation der Behinderungen durch die Weltgesundheits-organisation (WHO 1980) beschreibt eine Behinderung folgendermaßen:

  1. Schädigung (impairment)
  2. Funktionelle Einschränkung (disability)
  3. Soziale Beeinträchtigung (handycap)
Man versteht somit unter Behinderung eine sich aus dem Schaden ergebende funktionelle Einschränkung. Im Jahre 2002 wurde die Sehbehindertenambulanz erweitert. Es wurde eine wöchentliche Sprechstunde eingerichtet. Inzwischen werden jährlich etwa 150 Patienten betreut.

In der Sehbehindertenambulanz werden Patienten vorgestellt, die aufgrund einer stark verringerten Sehschärfe und/oder Gesichtsfeldausfällen Schwierigkeiten haben, Dinge des täglichen Lebens zu bewältigen. Es werden Kinder und Erwachsenen betreut. Die Terminvergabe erfolgt nach Vorlage eines Überweisungsscheines oder durch Überweisung von Klinik und Poliklinik.
Wir verfügen über alle gängigen optischen Hilfsmittel (Lupen, Leuchtlupen, Fernrohrsysteme, Kantenfilter) sowie über elektronische Bildschirmlesegeräte, Fernsehlesegeräte und eine Videolupe.

Bei besonderen Fragestellungen (Computerarbeitsplatz für Sehbehinderte, spezielle Kamera für das Erkennen des Tafelbildes für Schulkinder) können wir nach Rücksprache mit den Herstellern Probestellungen vereinbaren. Nach einer genauen Funktionsprüfung der Augen und Diagnosestellung werden gezielte Maßnahmen eingeleitet. Zwei Hauptaufgaben des visuellen Systems sind für die Bewältigung der alltäglichen Aufgaben zu unterscheiden:

  1. Lesefähigkeit
  2. Orientierungsfähigkeit
Die Lesefähigkeit ist in Ausbildung und Beruf äußerst wichtig. Zahlreiche Tätigkeiten im Alltag (Post lesen, Kontoauszüge, Telefonbücher) sind nur mit Lesefähigkeit zu bewältigen.
Mit Hilfe von vergrößernden Sehhilfen und Trainingsmaßnahmen soll der Erhalt oder Wiedererlangung der Lesefähigkeit erreicht werden.
Jedes Hilfsmittel wird gemeinsam mit dem Patienten ausgewählt. An jede Anpassung schließt sich eine individuelle Beratung über weitere mögliche Hilfen an. Für Patienten mit Orientierungsstörungen erfolgt die Vermittlung von Orientierungs- und Mobilitätstraining.

Ausdrücklich möchten wir auf die Zusammenarbeit mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband in Dresden hinweisen. Dort erhalten Sehbehinderte umfangreiche Unterstützung bei der Beantragung von finanzielle Unterstützungen. Es bestehen dort Freizeit- und Gruppenangebote für Betroffene und deren Angehörige. Weiterhin werden Weiterbildungen für Angehörige oder Einrichtungen angeboten, die sich mit der Problematik der Sehbehinderung beschäftigen. Es existiert ein Hilfsmittelkabinett, in dem der Umgang mit Hilfsmitteln geübt werden kann.