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Uveitissprechstunde


Liebe Patienten, liebe Kinder und Eltern,

die Uveitis (Entzündung der Augenhäute) ist eine Erkrankung, die die verschiedensten Erscheinungsformen aufweist. Sie kann akut auftreten aber auch in einen chronischen langjährigen Verlauf übergehen. Sowohl akute als auch chronische Verläufe können zu schwerwiegenden Veränderungen verschiedener Augengewebe führen, was wiederum das Sehvermögen bedroht. Eine effektive Diagnostik, eine konsequent durchgeführte Therapie und eine kontinuierliche Betreuung durch den niedergelassenen Augenarzt und Hausarzt oder Internisten sind notwendig. Wir stehen Ihnen in diesem Kontext als weitere Ansprechpartner zur Verfügung und bieten Ihnen folgende Weiterbildungsveranstaltungen und Leistungen:

Uveitissprechstunde (für Kinder und Erwachsene)

Zeit: Dienstag 14:00 - 16:00 Uhr
Ort: Poliklinik der Augenklinik
Zuständige Ärzte in der Augenklinik:
OA Dr. med. Dirk Sandner
Dr. med. Anna Leszczynska
OA Dr. med. Falk Sommer
Zuständige Ärzte in der Kinderklinik:
Prof. Dr. Manfred Gahr
Dr. med. Christian Hedrich
Dr. med. Barbara Fiebig

Art der Zuweisung:
Die Zuweisung erfolgt entweder als Notfall oder geplant durch Augenärzte, Hausärzte oder Internisten. Innerhalb des Klinikums erfolgen Zuweisungen aus den rheumatologischen Sprechstunden der Medizinischen Klinik, der Kinderklinik oder Orthopädie.

Mitzubringende Unterlagen:
Bitte bringen Sie einen gültigen Überweisungsschein oder Konsilschein (klinikintern) mit. Von großem Nutzen für die Diagnostik sind Unterlagen über Vorerkrankungen und bereits erhobene Befunde. Diese sind Laborwerte, die nicht älter als ein halbes Jahr sein sollten oder Röntgenbefunde der Lunge, die nicht älter als ein Jahr sein sollten.

Der erste Besuch in der Augenklinik:
Bei der Erstvorstellung wird eine ausführliche Untersuchung durchgeführt und das Behandlungsschema besprochen. Bitte nehmen Sie sich insbesondere für diese Untersuchungen Zeit.

Kooperation mit den Kinderärzten und Rheumatologen

Eine interdiziplinäre Zusammenarbeit ist für eine erfolgreiche Therapie unbedingte Voraussetzung. Aus diesen Grunde haben wir die Zeiten der Sprechstunden z. B. mit den Kinderärzten zusammengelegt. Die Untersuchung bei den verschiedenen Ärzten erfolgt am selben Tag. Dieses erspart Ihnen lange Wartezeiten. Wir setzten uns unmittelbar mit unseren jeweiligen mitbehandelnden Kollegen über den aktuellen Befund ihres Krankheitsbildes auseinander.

In seltenen Fällen ist eine stationäre Behandlung notwendig, z. B. bei schwer verlaufenden Krankheitsformen oder wenn eine Operation notwendig wird. In diesem Fall werden erkrankte Kinder in der Kinderklinik aufgenommen, während Erwachsene in der Regel auf der Netzhautstation ein Bett erhalten. Die Anmeldung erfolgt unter den oben angegebenen Telefonnummern.

Patienten-Selbsthilfegruppen

Das Ärzteteam der Augenklinik berät Sie gern zur Art und Verlauf Ihrer Erkrankung. Wir begleiten Sie bei der Diagnostik und stellen zusammen mit Ihrem Haus- und Augenarzt die Therapie fest. Soweit es unsere Zeit erlaubt, stehen wir Ihnen auch für die vielen Fragen zur Verfügung, die sich immer stellen, sobald eine Erkrankung chronisch wird. Dennoch sind Sie letztendlich mit Ihrer Erkrankung allein gestellt und so hat es sich als sehr sinnvoll erwiesen, dass Betroffene sich sogenannten Selbsthilfegruppen anschließen. Diese Gruppen bestehen aus Betroffenen, Patienten oder Eltern von Kindern und sie haben sich inzwischen in Deutschland in verschiedenen Städten gegründet. Die Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft (DUAG) steht Ihnen auch in Dresden zur Verfügung. Frau Gänsehirt-Schlor betreut erwachsene Patienten, Frau Klare und Frau Lehmann betreun rheumakranke Kinder und deren Eltern. Sie stehen für Ihre vielen Fragen und einen Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Wir hoffen, dass Sie durch diese Betreuung mit Ihren Sorgen nicht allein bleiben werden. Wir empfehlen Ihnen, Kontakt zu dieser Gruppe aufzunehmen. Die Uveitis - Selbsthilfegruppe für Kinder wird von Frau Klare und Frau Ines Lehmann seit 1999 betreut und 2001 fand sich mit Frau Gisela Gänshirt-Schlor eine Ansprechpartnerin für Erwachsene.

Die Selbsthilfegruppe stellt sich vor

Wir sind Eltern, deren Kinder, Jahrgang 1989 und 1991, an Uveitis erkrankt sind. Nachdem bei unseren Kindern 1998 Uveitis diagnostiziert wurde, waren wir mit dieser Krankheit ziemlich allein. Bei einem Augenarztbesuch lernten wir Mütter und Kinder uns durch Zufall kennen. Uns war sehr schnell klar, dass wir mit unserer Unwissenheit nicht zufrieden waren und etwas unternehmen mussten. Wir nahmen Kontakt zur DUAG (Deutsche Uveitis Arbeitsgemeinschaft) auf. Von dort bekamen wir unsere ersten Informationen über diese Krankheit. Danach nahmen wir an Selbsthilfegruppentreffen in Gütersloh und Berlin teil. Da wir uns gern mit anderen Eltern austauschen wollen und gern auch unser Wissen weitergeben möchten, gründeten wir 1999 unsere Elterngruppe. Seitdem treffen wir uns regelmäßig mindestens zweimal im Jahr (meist im April und November), organisieren Vorträge von Fachärzten und Gesprächsrunden. So waren die Themen z.B. Aufbau des Auges, Therapie der Uveitis (Wirkungen und Nebenwirkungen), alternative Heilmethoden und Grauer Star.

Wer mit uns in Kontakt treten möchte ist herzlich Willkommen!

Kontakt:
Gisela Gänshirt-Schlor
Geisingstr. 58
01309 Dresden
E-Mail: Uveitisgruppe.Dresden@gmx.de

Ines Lehmann (Tel.: (0351) 4018117)
Heike Klare (Tel.: (0351) 4117306)

Was ist eine Uveitis?

Die Uveitis ist eine entzündliche Erkrankung des Augeninneren, die ihren Beginn in der Gefäßhaut des Auges (Uvea) hat. Die Uvea selbst besteht aus drei anatomischen Strukturen:

  • der Regenbogenhaut (Iris),
    • Die Iris dient als Blende und liegt unmittelbar der Augenlinse auf
  • dem Ziliarkörper (Corpus ciliare),
    • Im Ziliarkörper wird das Kammerwasser gebildet, um einen konstanten Augeninnendruck zu erhalten
  • der Aderhaut (Choroidea)
    • Die Aderhaut versorgt die Netzhautschichten mit Nährstoffen
Die Aderhaut versorgt die Netzhautschichten mit Nährstoffen Je nach dem, welche Struktur von der Entzündung betroffen ist bezeichnet man die Uveitis als
  • vordere Uveitis (Iritis und Iridozyklitis, Uveitis anterior)
  • mittlere Uveitis (Uveitis intermedia)
  • hintere Uveitis (Uveitis posterior)
  • Uveitis aller Abschnitte (Panuveitis)
Diese Zuordnung ist anatomisch gewählt und kann über die Ursache keine endgültige Aussage zulassen. Auch ist es oft nicht möglich, die Einteilung des Krankheitsbildes so klar vorzunehmen.

Uveitis

Wie wird eine Uveitis erkennbar?

Die Symptome einer Uveitis können unterschiedlich sein und unterscheiden sich je nach der Verlaufsform (akut oder chronisch), aber auch nach der Form der Uveitis (vordere, mittlere oder hintere Uveitis).

Akute Uveitis: Der Patient hat meisten Schmerzen und ist sehr lichtempfindlich. Das Auge ist äusserlich meist "gerötet". Die Erkrankung klingt nach Behandlung oft rasch ab, kann aber erneut auftreten.

Chronische Uveitis: Eine Uveitis ist als chronisch zu bezeichnen, wenn sie länger als drei Monate besteht. Das Auge zeigt im Gegensatz zur akuten Uveitis weniger starke Symptome. Gemeinsam ist beiden Verlaufformen eine Sehminderung, die oft in Form von Schleiersehen wahrgenommen wird.

Die akute, intermediäre und die hintere Uveitis: Die vordere Uveitis verläuft oft akut und wird aufgrund der Symptome rasch vom Patienten bemerkt. Die intermediäre und posteriore Uveitis haben meistens einen eher chronischen Verlauf. Schmerzen und Rötung des Auges stehen nicht so im Vordergrund. Eine deutliche Sehverschlechterung im Sinne von Unscharfsehen, Schleier- oder Nebelsehen ist auch hier bemerkbar.

Begleiterkrankungen, Folgen einer Uveitis: Durch die entzündlichen Veränderungen der Augengewebe kann es zu Veränderungen benachbarter Augenstrukturen kommen, obwohl hier keine Entzündung vorliegt. Diese Begleiterkrankungen sind:

Grauer Star (Katarakt): Die Entzündungen des Augeninneren können als Folge zur Eintrübung der Augenlinse führen. Auch diese führt zu Sehverschlechterungen und zu erhöhter Blendempfindlichkeit. Hier muss der Augenarzt die Ursachen unterscheiden, um den Patienten beraten zu können. Der graue Star sollt nur in einem entzündungsfreien Zustand des Auges operiert werden.

Sekundärglaukom: Durch Schädigung des Ziliarkörpers, in dem das Augenwasser produziert wird, kann es zu Augeninnendrucksteigerungen kommen. Langfristig führt dieser grüne Star (Glaukom) zu Schädigungen des Sehnerven und hat Einschränkungen des Gesichtsfeldes zur Folge. Das sekundäre (als Folge der Uveitis) Glaukom muss daher erkannt und behandelt werden.

Verklebungen der Regenbogenhaut: Die fein strukturierte Iris liegt ganz nahe der Augenlinse auf und kann nach Entzündungen mit der Linse verkleben. Die Iris kann dann nicht mehr als "Blende" funktionieren und es kommt zu Sehstörungen, vor allem Blendempfindlichkeit. Diese Verklebungen können operativ beseitigt werden.

Glaskörpertrübungen: Das hintere Auge ist durch den sogenannten Glaskörper aufgefüllt, der aus verschiedenen Eiweissstoffen besteht. Diese können durch die Entzündungen ihre "Strukturen" verlieren und es kommt zu einer Eintrübung des Glaskörpers (Vitreus).

Schlieren im Glaskörper

Wenn Medikamente eine Aufhellung der Trübungen nicht mehr bewirken können, kann der getrübte Glaskörper durch eine Netzhautoperation, die sogenannte Vitrektomie entfernt werden. Das Auge ersetzt den Glaskörper im Laufe des Zeit wieder, wenn auch nicht in der ursprünglichen Form.Neue Entzündungen führen dann meistens nicht mehr zu sehr schweren Eintrübungen des Augeninneren.

Das Makulaödem: An der Stelle des schärfsten Sehens (die Makula) kann es zu einer Wassereinlagerung kommen. Dies Folge einer meistens mittleren Uveitis oder einer chronischen Verlaufsform ist schwer zu behandeln und erfordert nicht selten auch eine Operation (Vitrektomie, s. vorigen Absatz). DieEntfernung des Glaskörpers und von eventuell vorhandenen Membranen auf der Netzhaut führen häufig zu einer Besserung. Auch wird die Gabe von Medikamenten direkt in den Glaskörper in letzter Zeit erprobt und hat Erfolge gezeigt.

Welche Ursachen gibt es für die verschiedenen Formen der Uveitis?

Das Wissen über die Ursachen von Uveitiden ist noch begrenzt. Eine klare Zuordnung ist daher oftmals nicht möglich. Häufig entscheidet das Erscheinungsbild über die mögliche und notwendige Diagnostik. Der Augenarzt kann dieses veranlassen. Da in Uveitis- Zentren logischerweise eine größere Anzahl von Patienten gesehen wird, ist es meistens aber sinnvoll gemeinsam eine Beurteilung vorzunehmen.
Auch aus diesem Grund ist eine enge Kooperation zwischen dem universitären Uveitis-Zentrum und dem behandelnden Augenarzt wichtig.
Die Auslöser für eine Uveitis sind vielfältig. Ein Teil der Uveitiden wird durch bakterielle, virale, und parasitäre Erreger oder als Folge derartiger Erkrankungen hervorgerufen. Im letzteren Fall kann ein Krankheitserreger meist nicht mehr nachgewiesen werden. Andere Uveitiden entstehen im Rahmen systemischer Erkrankungen.
Bei einem großen Teil kann jedoch eine auslösende Erkrankung nicht gefunden werden. Es handelt sich dabei um sogenannte Autoimmunerkrankungen. Körpereigene Strukturen - die des Auges - werden vom eigenen Abwehrsystem des Körpers als fremd erkannt und es entstehen die entzündlichen Prozesse der Uveitis.
Die Uveitis erfordert somit einen gezielten diagnostischen Ansatz. Dazu gehören die sorgfältige Befragung des Patienten, die augenärztliche Untersuchung, Blutuntersuchungen, Röntgenuntersuchung der Lunge und Zusatzuntersuchungen in Abhängigkeit vom klinischen Befund. Das Erscheinungsbild der Uveitis -z.B. vordere Uveitis - kann dem Augenarzt einen Hinweis auf mögliche Ursachen geben. Häufig ist eine derartige Zuordnung allerdings schwierig.

Beispiele für bakterielle und virale Erreger, die eine Uveitis verursachen können:
- Borreliose, Herpes simplex-Virus I, AIDS-Virus

Beispiele für Systemerkrankungen, die mit einer Uveitis assoziiert sind:
- Tuberkulose, Sarkoidose, Lues, Rheuma, M. Bechterew

Die breite Abklärung all dieser Erkrankungsursachen ist in der Regel nicht notwendig. Wir stehen Ihnen in unserer Sprechstunde gern beratend zur Seite.

Wie wird eine Uveitis behandelt?

Generell muss in symptomatische und ursachenspezifische Therapie untergliedert werden. Ist im Rahmen der durchgeführten Untersuchungen eine genaue Ursache der Uveitis gefunden worden, wird diese spezifisch behandelt (z. B. Antibiotika bei nachgewiesener bakterieller Infektion). Kann eine solche spezifische Therapie durchgeführt werden, dann besteht auch eine hohe Chance auf dauerhafte Heilung. Wie bereits oben erklärt, ist eine ursächliche Therapie aber in den seltensten Fällen möglich. Daher erfolgt an erster Stelle die Behandlung mit Kortikosteroiden. Dieses Medikament - auch abgekürzt "Kortison" genannt - wirkt sehr gut gegen Entzündungen verschiedener Ursachen.
Die Therapie erfolgt mit Augentropfen, muss aber meistens durch Tabletten ergänzt werden. Bei schweren Verläufen der Uveitis kann das Medikament auch in hoher Dosierung direkt als Infusion in den Blutkreislauf gegeben werden. Zur Vermeidung von Verklebungen der Regenbogenhaut mit der Linse wird die Pupille mittels Augentropfen weitgestellt. Diese Maßnahme führt immer zu einer vorübergehenden Sehverschlechterung, die mit der Uveitis an sich nichts zu tun hat. Ist die Behandlung mit Kortikosteroiden nicht ausreichend, so werden zusätzlich andere Medikamente verordnet, die in das Immunsystem des Patienten eingreifen und so regulierend auf den Krankheitsverlauf wirken. Auch kann es nach sehr langdauernde Steroidgabe zu Nebenwirkung am Auge kommen (Grauer Star, Glaukom).

Kortisonbedingter Grauer Star = Linsentrübung

Je nach Medikament erfolgt dieses in unterschiedlicher Weise, als Spritze, Tablette etc. Gemeinsam ist ihnen jedoch die Unterdrückung (Suppression) von Abwehrprozessen (immunologischen Prozessen), was zur Bezeichnung Immunsuppressiva geführt hat. Zu diesen Medikamenten zählen Cyclosporin A, Azathioprin, Methotrexat, CellCept und andere. Über Wirkungsweise, aber auch mögliche Nebenwirkungen klärt Sie das Team der Uveitissprechstunde gern auf.

Wenn die Uveitis durch schwere oder langwierige Krankheitsverläufe zu Veränderungen der Augenstruktur geführt hat ist meistens eine Operation notwendig. Derartige Veränderungen sind:

  • Entwicklung von Linsentrübungen (Katarakt)
  • Verklebung der Regenbogenhaut
  • Trübungen des Glaskörpers

In diesem Fall wird eine Katarakt-Operation erfolgen und/oder der Glaskörper mittels sogenannter Glaskörperchirurgie (Vitrektomie) entfernt. Diese Operationen sollten nach Möglichkeit nicht bei akuten Verläufen, sondern in entzündungsfreien Intervallen erfolgen. In der Regel wird die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamente um die Operation herum notwendig. Heutzutage wird die Vitrektomie schon sehr frühzeitig durchgeführt, um eine Verschlechterung der Sehkraft zu vermeiden und die Entzündungsprozesse zu mildern. In der Regel kommt es nach der Entfernung des Glaskörpers zu deutlich weniger und schwächeren Entzündungsschüben. Auch durch die Entzündungen hervorgerufene Wassereinlagerungen in der Stelle des schärfsten Sehens (Macula) können auf diese Weise entfernt werden. In jüngster Zeit ist es auch möglich geworden, Medikamente direkt in den Glaskörper zu geben zum Beispiel kortisonähnliche Stoffe.